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Kühe Indien

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Indiens Kühe – heilig und trotzdem gequält

Kühe haben in Indien einen einzigartigen Status: Sie gelten als heilig. Hindus glauben, dass in einer Kuh unzählige Gottheiten wohnen. Sehen Gläubige eine Kuh, berühren sie ihr Hinterteil, da dort besonders viele Götter wohnen, und führen dann ihre Hand zur Stirn, das soll Glück bringen. Milch, Urin und Dung von Kühen sind für die Gläubigen etwas Besonderes. Die indische Kuh wird verehrt. Und dennoch ist das Leid der Rinder in Indien unvorstellbar gross!

Ausgangslage

Seit 2008 engagieren wir uns in Zusammenarbeit mit unserem Partner Visakha Society for Protection and Care of Animals (VSPCA) gegen das Leid der Kühe und anderer Nutztiere in Indien.

Aufgrund seiner Religion hat Indien zwar ein sehr gutes Tierschutzgesetz, dieses wird jedoch kaum vollzogen. Es fehlt an Kontrollen, sei es auf Märkten, bei Transporten oder auf Schlachthöfen. Es gibt im Subkontinent mehr illegale als legale Schlachthöfe.

Indien hat sich in den letzten Jahren zum grössten Rindfleischexporteur und zu einem der grössten Milchproduzenten entwickelt. Entsprechend gross ist das Elend der Rinder im Land der heiligen Kühe!

Unser Engagement in Zusammenarbeit mit VSPCA

1. Aufklärung und Kontrolle am Tempel von Simhachalam

Männliche Kühe gehören zu den häufigsten Opfern in Indien. Diese Tiere werden mangels Milchproduktion und weil sie keine weiteren Tiere gebären können als minderwertig erachtet. Sie werden deshalb der Schlachtung zugeführt oder man „entledigt“ sich ihrer, indem man sie an die Kirche oder einem Tempel „spendet“. Das Gesetz verbietet zwar eine Schlachtung, dennoch werden die so „gespendeten“ Kälber in der Regel sofort der Schlachtung zugeführt, weil die Tempel keine geeigneten Kuh-Tierheime besitzen. Viele der Besitzer, denen die Kühe vordergründig heilig sind, schieben so die Verantwortung auf die Kirche mit der Ausrede, sie hätten nichts davon gewusst. Die männlichen Kälber werden sogar feierlich geschmückt und zum Teil unzählig viele Stufen bis zum Tempel hochgetrieben. Einige brechen sich dabei die Beine oder kollabieren, weil der Weg zu anstrengend ist. Hinter dem Tempel warten bereits die Lastwagen, die die Kuhkinder zu den illegalen Schlachthöfen bringen.

Ein besonderes Augenmerk in unserer Arbeit gegen das Elend der Kühe in Indien gilt deshalb dem Sri Varaha Lakshmi Narasimha Tempel in Simhachalam. Der Hindu-Tempel in Visakhapatnam, Andhra Pradesh, Indien ist Lord Vishnu gewidmet, der dort als Varaha Narasimha verehrt wird. Dank jahrelanger Aufklärung konnten wir die Zahl der gespendeten Kälber von 10’000 pro Jahr auf weniger als 2000 verringern. Doch noch immer ist die ständige Präsenz des Teams notwendig, um den bisherigen Erfolg nicht zu gefährden.

2. Kontrollen von Viehmärkten inklusive Anzeigen bei Verstössen

Obschon Indiens Gesetze zum Schutz der Tiere beim Transport und auf Märkten fortschrittlich und sogar um ein Vielfaches strenger als in Europa sind, sieht die Realität leider komplett anders aus. Auf den Märkten fehlt es an Schatten und Wasser, das Beladen und Entladen der Transporter geht hektisch und teilweise äusserst brutal vor sich, die Tiere werden regelmässig geschlagen und die teils ungeeigneten Transporter komplett überfüllt. Bestechungen sind an der Tagesordnung.

Regelmässige Kontrollen und entsprechende Anzeigen durch die Teams vor Ort sind die einzige Möglichkeit, dagegen vorzugehen. In einem Land, das mittlerweile zu den grössten Exporteuren von Rindfleisch geworden ist, eine sehr harte und mitunter gefährliche Arbeit.

3. Rettung von Strassenkühen und Finanzierung der Notoperationen bei Plastikvergiftungen

Werden Kühe, Bullen oder Kälber nicht geschlachtet oder z.B. einem Tempel gespendet, werden sie auf der Strasse ausgesetzt. Das führt dazu, dass die Tiere verhungern, an Krankheiten eingehen oder an falscher Ernährung sterben, weil sie insbesondere jede Menge an herumliegendem Plastik fressen. Bei Letzterem kann das zum Verschluss oder zur Verletzung des Magens und so letztendlich zu einem qualvollen Tod führen.

Immer wieder werden kranke Kühe auf der Strasse gefunden und finden Aufnahme in der Farm unseres Partners VSPCA oder in einem Goshala (Kuhheim). Zusätzlich müssen immer wieder beschlagnahmte Kühe von illegalen Tiertransporten aufgenommen werden. Darunter befinden sich jeweils einige „Plastikkühe“, also Kühe, die soviel Plastik im Magen haben, dass nur eine Operation ihr Leben retten kann.

Mit unserem Partner VSPCA setzen wir uns einerseits für ein Plastikverbot ein, andererseits finanzieren wir Notoperationen für Plastikkühe, damit diese anschliessend ein gesichertes Leben auf der plastikfreien Farm von VSPCA geniessen dürfen.

4. Mitfinanzierung des Betriebes der Kindness Farm

Aufklärung und Kontrolle sind elementar, um die Situation der Kühe zu verbessern. Gleichzeitig möchten wir den Haltern eine sinnvolle Alternative für männliche und/oder ausgediente Kühe anbieten. So kann dem Eigentümer gezeigt werden, dass diese für ihn „nutzlosen“ Tiere durchaus auch einen Wert für ihn haben können. Die Kindness Farm ist hierfür errichtet worden und dient als Vorzeigebetrieb und Prototyp eines neuen Bauernhofes, der alternative Nutzungsformen zeigt.

Bestehendes Tierleid lindern und zukünftiges Elend verhindern: Ihre Spende macht das möglich!