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Tierschutz in Haus und Garten
Zwischen mir und dem kleinsten Tier liegt der Unterschied nur in der Erscheinungsform, im Prinzip sind wir das gleiche. Swami Vivekananda
Tierschutz im Haus Tierschutz kann man auch Zuhause betreiben.
Tierschutz heisst Umweltschutz: Der Mensch belastet die Umwelt und damit den Lebensraum der Tiere enorm. Was Sie tun können, um die Umwelt zu schonen:
- Putzen Sie mit ökologisch gut verträglichen Putzmitteln
- Waschen Sie mit ökologisch gut verträglichen Waschmitteln und mit niedrigen Temperaturen
- Sparen Sie Strom und Wasser
- Kaufen Sie biologische, regionale und saisonale Lebensmittel
- Töten Sie keine Insekten wie z.B. Spinnen, die sich in Ihr Zuhause schleichen. Möchten Sie das Insekt nicht beherbergen, stülpen Sie ein Glas darüber, fahren vorsichtig mit einer Karte unter das Glas ohne das Tier zu verletzen, und transportieren Sie es so nach draussen. Lassen Sie eine Spinne im Winter im Keller oder auf einer Scheiterbeige frei, damit sich das Tier vor der Kälte schützen kann
- Recyceln Sie Ihren Abfall
- Verzichten Sie auf Fleisch und Fisch, da diese Lebensmittel die Umwelt in verschiedener Weise um ein Vielfaches mehr belasten als vergleichbare pflanzliche Nahrung
- Lassen Sie keine Kippfenster offen, wenn Sie eine Katze haben oder im Parterre wohnen.
Kippfensterverletzungen sind eine sehr häufige Todesursache für neugierige Katzen.
Tierschutz im Garten Gartenbesitzer haben es in der Hand, den Garten so natürlich wie möglich zu gestalten. Mit einem Garten, der viele naturnahe Elemente enthält, hat man bereits einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz geleistet. Zusätzlich können gezielte Massnahmen verschiedene Tierarten gleichzeitig unterstützen, sofern für jede Tierart genügend Raum und Nahrungsangebot zur Verfügung steht.
Vogelschutz Als Unterstützung für diverse Vögel hilft z.B. das Aufhängen von Nistkästen. Beratungen über die sinnvolle Auswahl von Nisthilfen bietet z.B. die Vogelwarte Sempach. Nicht alle Vögel brüten in Käste
n, viele nisten und halten sich vorwiegend in dichten Sträuchern auf. Um ihnen Lebensraum zu geben, sollte man Sträucher ungeschnitten lassen. Ist ein Schnitt zur Verjüngung einmal unumgänglich, so sollte das nicht bei allen Sträuchern gleichzeitig erfolgen, damit die Vögel Ausweichmöglichkeiten haben. Auf keinen Fall darf das Schneiden während der Brutzeit im Spätfrühjahr bis Mitte/Ende Juli erfolgen, weil dann vorhandene Nester ungeschützt den Blicken von Räubern ausgeliefert sind. Sichere Nistplätze finden Vögel auch in begrünten Wänden. Das dichte Zweigwerk von Kletterpflanzen gibt nicht nur Vögeln, sondern auch Bienen, Käfern, Schmetterlingen, Spinnen und anderen Insekten ein Zuhause. Viele dieser Insekten dienen den Vögeln als Nahrung.
In grossen Gärten sollten abgestorbene Bäume und herumliegende Äste nach Möglichkeit so belassen werden. In ihnen können Höhlenbrüter sich selbst ihre Nisthöhlen bauen. Auch Fledermäusen und Steinkäuzen, deren natürliche Lebensräume immer mehr eingeengt werden und die deshalb in ihrem Bestand stark gefährdet sind, bieten Baumhöhlen einen idealen Unterschlupf.
Igelschutz Dichte Sträucher, Laub- und/oder Reisighaufen bieten Igeln einen idealen Unterschlupf. Igel haben sehr gro
sse Reviere, die leider allzu oft durch Zäune und Strassen eingeschränkt werden. Der Strassenverkehr fordert viele Todesopfer unter den Igeln. Mit naturbelassenen Gärten hilft man dem Igel, Nahrung und Unterkunft nicht auf der anderen Strassenseite zu suchen. Igel machen einen Winterschlaf, wofür sie eine gute Unterkunft benötigen. Ideal sind grössere Reisig- und Laubhaufen, aber auch selbstgebaute Igelhäuser sind bei den Einzelgängern sehr willkommen. Eine Anleitung zum Bau eines Igelhauses finden Sie hier. Igel sind Nachttiere. Irrt ein Igel tagsüber umher, ist er sehr oft krank oder hat im Spätherbst noch nicht genügend Reserven für den Winterschlaf anfressen können. Wie Sie dem Igel helfen können finden Sie auf www.igel.ch.
Vermeiden von Todesfallen für Kleintiere Kellerschächte bilden sehr oft Todesfallen für Kleintiere wie Frösche oder Kröten. Eine Abdeckung mit engmaschigem Maschendraht kann rasch und einfach installiert werden und rettet so manches Tierleben (Maschendraht bekommen Sie in jedem grösseren do-it-yourself Laden). Eine Anleitung zur Sicherung von Kellerschächten finden Sie hier.
Auch steil abfallende Teichufer haben schon manches Tierleben gefordert. Sie sind auch für Kinder eine Gefahr und sollten deshalb immer gesichert sein.
Ebenfalls eine Gefahr geht von Schwimmbecken aus. Manches Tier ist schon versehentlich im Schwimmbad gelandet und ertrunken. Ein Schwimmbecken sollte immer gedeckt sein, wenn niemand anwesend ist, oder aber stets eine Ausstiegsmöglichkeit haben (zum Beispiel durch ein Brett oder ein dickes Tuch, an welchem das Tier aus dem Wasser ins Freie klettern kann), auch für Kleintiere wie Igel.
Giftstoffe / Schnecken Gifte gehören nicht in einen tierfreundlichen Garten. Dazu gehören sowohl Düngemittel, als auch Pestizide und Schneckenkörner. Schnecken bekämpft man am besten mit einem Schneckenzaun. Gegen Schneckenfrass hilft oft auch das Auslegen von Rüstabfällen (z.B. Salat, rohe Kartoffelschnitze etc.) in einer entfernten Ecke des Gartens. Die Schnecken freuen sich über den reich gedeckten Tisch und lassen so das frisch angepflanzte Gemüse oder Blumen in Ruhe. Auch Duftpflanzen wie Salbei, Thymian und Lavendel halten Schnecken auf Abstand. Kaffeesatz wirkt ebenfalls gegen Schnecken und auch noch gegen Katzen. Beide mögen das braune Zeug überhaupt nicht. Und nicht zuletzt lohnt es sich auch wegen der Schnecken, den Garten Igel gerecht zu gestalten, denn Igel sind, nebst Spitzmäusen und manchen Vogelarten, natürliche Feinde der Schnecken.
Naturwiese
Bei grösseren Grundstücken bietet sich die Möglichkeit, einen Teil des Rasens in eine Naturwiese umzuwandeln. Auf solchen Wiesen blühen viele Pflanzen, die für Schmetterlinge lebensnotwendig sind. Sie legen ihre Eier an bestimmten Wirtspflanzen ab, aus denen die Raupen schlüpfen, die sich später an den Stengeln verpuppen. Raupen sind an bestimmte Futterpflanzen gebunden. Wiesen sollten nicht vor September gemäht werden. Noch besser wäre, jedes Jahr einen anderen Teil der Blumenwiese ungemäht zu lassen, um die Schmetterlingsentwicklung nicht zu stören.
Amphibien, Reptilien Um Amphibien wie Frösche, Kröten, Molche etc. zu schützen, muss man aktiv werden und Wasserflächen anlegen. Damit dies jedoch nicht nur ein totes Wasserloch wird, lässt man sich besser von Fachpersonen beraten.
Für wärmebedürftige Tiere wie Eidechsen legt man einen Steingarten an. Auch hier lohnt sich die Beratung von einer Fachperson.
Quintessenz Ein natürlicher Garten ist ein wertvoller Beitrag in Sachen Tierschutz. Und da übermässiges Putzen des Gartens nicht natürlich ist, gewinnen Sie dadurch erst noch mehr Freizeit um all die neuen oder wiedereinkehrenden Bewohner Ihres Gartens zu beobachten und sich daran zu erfreuen!
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